Reformationsjubiläum 2017

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    100 Stunden Arbeit und viele Pfund Erbsen, Linsen und Reis

    Körnerbild noch bis zum 5. November in Ruppertenrod zu sehen

    StenderLuther in Belugalinsen in RuppertenrodLuther in Belugalinsen in Ruppertenrod

    Das Gästebuch ist nach zehn Tagen bereits gut gefüllt. Die meist weiblichen Besucherinnen der evangelischen Kirche in Ruppertenrod hinterlassen begeisterte Einträge und loben auch das 19. Körnerbild der drei Künstlerinnen aus dem Mücker Ortsteil, das noch bis 5. November der Fachwerkkirche zu sehen ist.

    Im 500. Jahr nach dem Anschlag der 95 Thesen Martin Luthers in Wittenberg ist das Motiv das rund vier Quadratmeter großen Kunstwerks nicht überraschend: Es zeigt den Reformator vor der Wittenberger Kirchentür in Begleitung einiger Unterstützer und Zeitgenosse. Vorlage ist ein Werk des Malers Hugo Vogel aus dem späten 19. Jahrhundert. Jeweils einhundert Stunden und einige Pfund Erbsen, Beluga-Linsen und Reiskörner hat es Elsbeth Schmidt, Silvia Schleuning und Heidi Löffler auch in diesem Jahr wieder gekostet, das Körnerbild für die Kirche in Ruppertenrod fertigzustellen.

    Die Farbnuancen, der Fall der Falten in der mittelalterlichen Kleidung, der Lichteinfall und die Perspektive – man merkt dem diesjährigen Werk der Künstlerinnen die mittlerweile erreichte Meisterschaft bei der Verarbeitung der (Hülsen-)Früchte, Blüten, Gewürze und Samen an. Schwarze Beluga-Linsen bilden die Fläche des Lutherschen Mönchsgewands. Auf dem Bild schaut der junge Luther mit dem Hammer in der Hand auf das soeben beendete Werk: Die 95 Thesen sind für alle Welt lesbar auf weißem Papier an der Kirchentür angeschlagen. Erschrocken bis ehrfürchtig betrachten ihn Wittenberger Bürger. Einige scheinen sich auch schon über das Gesehene auszutauschen – der Beginn dessen, was als Reformation in die Geschichte eingegangen ist.

    Das Interesse am Körnerbild in der Fachwerkkirche in Ruppertenrod ist auch in diesem Jahr wieder groß. Besonders an den Sonn- und Feiertagen kommen Gruppen, aber auch Familien und einzelne Besucher, um sich das neue Werk der Künstlerinnen anzuschauen. Für viele der Besucherinnen und Besucher ist der Termin in Ruppertenrod seit Jahren gesetzt. Sie kommen aus Kassel und Marburg, aus Fulda, der Wetterau, in diesem Jahr aber auch aus Südamerika und sogar aus Japan.

    Heidi Löffler freut sich über das große Interesse an ihrer Arbeit und über die Spenden, die damit eingenommen werden. Trotz des Erfolges und der Freude, die sie an der Auswahl der Motive und an der Auswahl der „Zutaten“ für die Bilder haben, soll das 20. Bild im kommenden Jahr das letzte sein. Berufliche Veränderungen und die damit verbundenen zeitliche Belastung hätten diese Entscheidung notwendig gemacht, bedauert Heidi Löffler. Gern hätten sie ihr Wissen und ihre Kenntnisse weitergegeben, aber bis jetzt hätte noch niemand Interesse daran gezeigt, ihre Arbeit fortzusetzen.

    Aber in diesem Jahr und auch im nächsten geht alles weiter wie gehabt: Öffnungszeiten von Montag bis Samstag von 16 Uhr bis 18 Uhr und am Sonntag von 14 Uhr bis 18 Uhr. Beim Ruppertenröder Herbstmarkt am Donnerstag, den 26. Oktober, ist das Körnerbild von 12 Uhr bis 18 Uhr zu besichtigen. In der Kirche gibt es auch fair gehandelte Produkte und warme, selbst gestrickte Socken zu kaufen, deren Erlös ebenfalls gespendet wird.

    Weitere Informationen gibt es bei Gisela Kratz 06400 – 8948 und Heidi Löffler 06400 – 8495.

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