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    Malala: Mit Bildung die Welt verändern

    World Economic Forum/VideostillMalala Yousafzai spricht auf dem 48. Jahrestreffens des Weltwirtschaftsforums 2018.

    Schon als Elfjährige setzt sich Malala Yousafzai für die Bildung von Mädchen ein und riskiert dabei ihr Leben. Am 12. Juli 1997 im Swat-Tal in Pakistan geboren, erlebt sie früh die Herrschaft der Taliban. Die Terrororganisation lässt Schulen zerstören und verbietet Mädchen den Schulbesuch, das Hören von Musik, das Tanzen und das unverschleierte Betreten öffentlicher Räume. Malala gibt nicht auf, in einem Blog berichtet sie für den britischen Sender BBC über ihren Alltag und fordert das Recht auf Bildung für alle. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Vater, einem Bildungsaktivisten und Lehrer.

    Russell Watkins/Department for International Development/CC BY 2.0Malala Yousafzaai beim Girl Summit 2014.

    Den Extremisten ist Malala natürlich ein Dorn im Auge. Am 9. Oktober 2012 wird sie von Taliban-Kämpfern im Schulbus in den Kopf geschossen. Mehrere Wochen liegt sie im Koma, ringt mit dem Leben. Ihre Familie flieht mit ihr nach Großbritannien. Malala, gerade genesen, kämpft weiter gegen die Unterdrückung von Mädchen und Frauen weltweit. Ein Jahr nach dem Attentat spricht sie an ihrem 16. Geburtstag vor den Vereinten Nationen in New York und fordert das Recht auf Bildung und Frieden für alle Menschen.

    Ihre bewegende Rede geht um die Welt. Malala wird zum Symbol des Widerstandes gegen die Frauenverachtung der islamischen Fundamentalisten und für die Sehnsucht nach Bildung und Freiheit. 2014 wird sie im Alter von 17 Jahren, gemeinsam mit Kailash Satyarthi, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die Kinderrechtsaktivistin ist damit die jüngste Preisträgerin in der Geschichte des Nobelpreises und die mit Abstand jüngste in der Geschichte des Friedensnobelpreises.

    Seit 2017 ist Malala Friedensbotschafterin der Vereinten Nationen und setzt sie sich weiterhin dafür ein, dass Kinder auf der ganzen Welt zur Schule gehen können: „Lasst uns unsere Bücher und Stifte nehmen. Sie sind unsere mächtigsten Waffen. Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern.“

    Claude Truong-Ngoc /cc-by-sa-3.0Malala Yousafzai erhält 2013 den Sacharow-Preis des Europaparlaments in Straßburg, auch EU-Menschenrechtspreis genannt.

    Zitate aus Malalas Rede vor den Vereinten Nationen 2013

     „Liebe Freunde, am 9. Oktober 2012 haben die Taliban auf mich geschossen und meine linke Stirn getroffen. Auch auf meine Freunde haben sie geschossen. Sie haben gedacht, dass die Kugeln uns zum Schweigen bringen würden, aber sie sind gescheitert. Denn aus der Stille kamen tausende Stimmen. Die Terroristen dachten, sie könnten meinen Ehrgeiz stoppen. Aber in meinem Leben hat sich nichts verändert mit einer Ausnahme: Schwäche, Angst und Hoffnungslosigkeit sind verschwunden, Stärke, Kraft und Mut sind geboren.

    Ich bin gegen niemanden, auch bin ich nicht hier, um aus persönlicher Rache gegen die Taliban oder irgendeine andere terroristische Gruppe zu sprechen. Ich bin hier, um meine Meinung zu sagen für das Recht auf Bildung für alle Kinder. Ich wünsche mir Bildung für die Söhne und Töchter der Taliban und aller Terroristen und Extremisten.

    Das ist das Mitgefühl, das ich von Mohammed gelernt habe, dem Propheten der Barmherzigkeit und von Jesus Christus und Buddha. Das ist das Erbe des Wandels, das ich von Martin Luther King, Nelson Mandela und Muhammad Ali Jinnah übernommen habe. Das ist die Philosophie der Gewaltlosigkeit, die ich von Gandhi, Badshah Khan und Mutter Theresa gelernt habe. Und das ist die Versöhnlichkeit, die ich von meinem Vater und meiner Mutter gelernt habe. Meine Seele sagt mir: ‚Sei friedfertig und liebe alle‘.

    Liebe Gefährten, heute konzentriere ich mich auf Frauenrechte und das Recht auf Bildung für Mädchen, weil sie am meisten leiden. Es gab eine Zeit, in der gesellschaftliche Aktivistinnen Männer gebeten haben, für ihre Rechte einzutreten, aber diesmal werden wir das selbst tun…Wir rufen heute die Führer der Welt auf, ihre strategischen Grundsätze zugunsten von Frieden und Wohlstand zu ändern. Wir rufen die führenden Politiker der Welt auf, dass alle Abkommen die Rechte von Frauen und Kindern schützen müssen. Ein Abkommen, das gegen die Rechte von Frauen geht, ist unannehmbar.

    Also lasst uns einen weltweiten Kampf wagen, gegen Analphabetismus, Armut und Terrorismus, lasst uns unsere Bücher und Stifte holen, sie sind unsere stärksten Waffen. Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern. Bildung ist die einzige Lösung. Bildung zuerst.“

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    MALALA - IHR RECHT AUF BILDUNG ist ein eindringliches Portrait über die Friedensnobelpreisträgerin und Mitgründerin des Malala Fund, eine internationale, gemeinnützige Organisation, die sich für die Bildung von Mädchen einsetzt.

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