Reformationsjubiläum 2017

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    Pastor und Bürgerrechtler: Martin Luther King

    gemeinfrei/wikimediaMartin Luther King auf dem Weg nach Washington 1963.

    „I have a dream“ – „Ich habe einen Traum“, die Rede von Martin Luther King in Washington ging 1963 um die Welt und ist wohl heute noch die berühmteste. Der Theologe und Pastor war einer der mutigsten Kämpfer gegen den Rassismus in den USA. Ein friedlicher Vorkämpfer gegen soziale Ungleichheit und Rassentrennung.

    Geboren wurde Martin Luther Kink am 15. Januar 1929 in Atlanta, Georgia. Während sein Großvater noch als Sklave arbeiten musste, war Kings Vater, selbst Pastor, bereits als Bürgerrechtler aktiv. Auch wenn King als eines der wenigen schwarzen Mittelstandskinder aufwuchs, kannte er Rassismus von Kindesbeinen an.

    Rassentrennung

    Durch das Gesetz der Segregation (Rassentrennung) waren Schwarz und Weiß strikt getrennt. King durfte weder die gleiche Toilette benutzen noch vom gleichen Wasserspender trinken wie die Weißen. Für seine Mutter, die Lehrerin Alberta Christine Williams King, war es unmöglich, in Schulen für Weiße zu unterrichten. Sein Vater, Martin Luther King Senior, als Baptistenprediger unter Schwarzen eine Respektsperson, wurde „Boy“ gerufen.

    Inspiriert von Martin Luther

    Als King fünf Jahre alt war, entdeckte sein Vater bei einer Deutschland-Reise seine Verehrung für den Reformator Martin Luther. Zurück in den USA, änderte King senior sowohl seinen Namen als auch den seines gleichnamigen Sohnes: Aus Michael King wurde Martin Luther King. Schon als Kind in den Dreißigerjahren lernte er, was es heißt, als Schwarzer in einem Land der Rassentrennung zu leben. Sein bester Freund aus Kindertagen, ein weißer Nachbarjunge, ging nicht nur auf eine andere Schule, sondern musste auf Geheiß der Eltern die Freundschaft aufkündigen.

    Begnadeter Redner und Prediger

    gemeinfrei/wikimedia

    King, den man heute vermutlich hochbegabt nennen würde, übersprang zwei Klassen, wurde mit nicht einmal 16 per Sondergenehmigung an der Uni angenommen, wo er nicht nur sein rhetorisches Talent schärfte, sondern auch seine Freude am Predigen entdeckte. Mit 26 Jahren trat er eine Stelle als Pastor der Dexter Avenue Baptist Church in Montgomery, Alabama, an. Kaum ein halbes Jahr verging, bis sich in Kings neuer Heimat die Bürgerrechtlerin Rose Parks weigerte, ihren Sitzplatz im Bus einem Weißen zu überlassen und dafür angeklagt wurde.

    King wird zum Anführer der Bürgerrechtsbewegung

    Der Fall löste eine Welle der Empörung unter der schwarzen Bevölkerung aus. King setzte sich an die Spitze der – nach dem Vorbild Mahatma Ghandis – friedlichen Proteste und stieg auf zum bedeutendsten Sprecher der Bürgerrechtsbewegung in den USA und etablierte den zivilen Ungehorsam als Mittel im Kampf gegen die Rassentrennung. Dank Kings Einsatz wurde das sogenannte Civil Rights Movement zu einer Massenbewegung, deren größte Errungenschaft die gesetzliche Aufhebung der Rassentrennung war.

    „I have a dream“

    „Ich habe einen Traum, dass eines Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Söhne früherer Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen können.“ Diese berühmte Rede hielt Martin Luther King 1963 auf dem Höhepunkt seiner Popularität.

    gemeinfrei/wikimediaMartin Luther King im Gespräch mit Präsident Lyndon B. Johnson im Oval Office.

    Martin Luther King erhält Nobelpreis

    250.000 Menschen, die friedlich in Washington D.C. gegen Rassismus und Armut demonstrierten, lauschten seinen Worten. Siege schienen greifbar nah: 1964 wurde per Gesetz die Rassentrennung aufgehoben, King erhielt den Friedensnobelpreis und ein Jahr später trat ein neues Wahlrecht in Kraft, durch das alle schwarzen Amerikaner wählen gehen konnten.

    „Ich besitze die Kühnheit, daran zu glauben, dass alle Menschen drei Mahlzeiten täglich für ihren Körper haben können, Bildung und Kultur für ihren Geist, und Würde, Gleichheit und Freiheit für ihre Seele“, sagte er in seiner Nobelpreis-Rede.

    Kings Tod und Vermächtnis

    Am 4. April 1968 hielt sich King in Memphis auf, um an der Seite schwarzer Müllarbeiter für besseren Lohn zu kämpfen. Als er den Balkon seines Hotels betrat, hallten zwei Schüsse über den Parkplatz. Der Bürgerrechtler, in Hals und Nacken getroffen, brach zusammen und starb – im Alter von gerade einmal 39 Jahren. Offiziell wurde der weiße James Earl Ray als Einzeltäter verurteilt. Um die Hintergründe des Attentats ranken sich jedoch bis heute zahlreiche Theorien.

    Kings Engagement hat bis zum heutigen Tag Spuren hinterlassen. Nicht nur die Situation der Afroamerikaner in den USA hat sich deutlich verbessert, sein gewaltfreier Kampf diente anderen als Vorbild und inspirierte Bürgerrechts- und Friedensbewegungen in aller Welt.

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    Video: I have a dream - Martin Luther King

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